Was ist frei-made eigentlich?

Corinne im Nähatelier frei-made in Ebikon mit Stoffen und Zuschneidetisch

Diese Frage klingt eigentlich ganz einfach. Und trotzdem komme ich manchmal selber ein bisschen ins Grübeln, wenn mich jemand fragt: „Was genau machst du eigentlich bei frei-made?“

Ist frei-made ein Nähatelier? Ein Stoffladen? Eine Änderungsschneiderei? Ein Ort für Nähkurse? Ein Handmade-Shop?

Die Antwort ist wohl: von allem ein bisschen – und genau das liebe ich daran.

Kein Tag ist wie der andere

An einem Morgen kürze ich vielleicht eine Hose, ersetze einen Reissverschluss oder passe ein Kleid an. Kurz darauf kommt jemand vorbei und sucht den passenden Stoff für ein neues Nähprojekt.

Dann wird ausgemessen, überlegt, kombiniert und vielleicht noch der passende Faden, Reissverschluss oder das richtige Bündchen dazu ausgesucht.

Und am nächsten Tag sitzen Kinder oder Erwachsene an den Nähmaschinen und aus einem Stück Stoff entsteht etwas ganz Neues.

Oder jemand steht mit einer ganz ungewöhnlichen Idee vor mir und fragt: „Meinst du, das könnte man irgendwie machen?“

Genau diese Abwechslung macht frei-made für mich aus.

Stoffe, Mercerie und ganz viele Ideen

Bei frei-made findest du eine grosse Auswahl an Stoffen – von Jersey, French Terry und Sweat über Musselin, Leinen und Webware bis zu Softshell.

Eine ganz besondere Stärke meines Sortiments sind beschichtete Stoffe. Hier darf die Auswahl bei mir richtig gross sein: Wachstücher, beschichtetes Leinen, beschichtete Baumwolle und beschichtetes Canvas findest du bei frei-made in vielen verschiedenen Farben, Mustern und Qualitäten.

Gerade für Taschen, Necessaires, Lunchbags und viele andere praktische Nähprojekte liebe ich diese Materialien – und über die Jahre ist daraus ein entsprechend grosses Sortiment entstanden.

Dazu kommen Mercerieartikel und all die kleinen Dinge, die man für ein Nähprojekt braucht: Fäden, Reissverschlüsse, Nadeln, Verschlüsse, Bänder und vieles mehr.

Dabei möchte ich aber nicht einfach nur Stoff und Zubehör verkaufen. Mir gefällt es, gemeinsam zu überlegen:

Was möchtest du daraus nähen? Welcher Stoff eignet sich dafür? Wie viel brauchst du? Und was gehört sonst noch dazu?

Denn manchmal fehlt nicht der Stoff, sondern einfach die Idee – oder umgekehrt. 😊

Manchmal braucht es einfach schnell einen Tipp

Und dann gibt es noch etwas, das eigentlich gar kein richtiges „Angebot“ ist und trotzdem ganz selbstverständlich zu frei-made gehört.

Du sitzt zu Hause an deinem Nähprojekt und kommst plötzlich nicht mehr weiter? Du weisst nicht, wie etwas eingefädelt wird, welche Einstellung du brauchst oder warum etwas einfach nicht so funktioniert, wie es sollte?

Dann darfst du auch einfach bei mir vorbeikommen.

Wir schauen es zusammen kurz an, überlegen, wo das Problem liegt – und vielleicht kannst du fünf Minuten später schon wieder nach Hause und weiternähen.

Dafür musst du nicht gleich einen Nähkurs oder eine Privatlektion buchen. Manchmal braucht es einfach nur einen kleinen Tipp, damit es wieder weitergeht.

Und genau das gehört für mich genauso zu frei-made: unkompliziert vorbeikommen, kurz gemeinsam draufschauen und hoffentlich mit einer Lösung wieder nach Hause gehen.

Denn viel zu schade wäre es, wenn ein Nähprojekt nur wegen einer kleinen Unsicherheit frustriert in einer Ecke liegen bleibt.

Änderungen, Reparaturen – und Dinge, die in keine Schublade passen

Ein wichtiger Teil von frei-made sind Änderungen und Reparaturen. Und auch hier geht es längst nicht nur um Hosen kürzen oder Reissverschlüsse ersetzen.

Natürlich ändere ich Kleider, passe etwas an, mache etwas enger oder weiter oder versuche, ein Lieblingsstück zu retten, das eigentlich schon abgeschrieben war.

Aber manchmal kommen auch ganz andere Anfragen.

Kannst du mir mein Lieblings-T-Shirt nachnähen?

Kann man diese Matratze so anpassen, dass sie in unseren Wohnwagen passt?

Ich habe hier etwas und eigentlich bräuchte ich genau dasselbe – nur anders. Geht das?

Und genau solche Aufträge mag ich besonders. Nicht für alles gibt es ein fertiges Schnittmuster oder eine Standardlösung. Manchmal müssen wir zuerst gemeinsam anschauen, ausprobieren und überlegen, wie sich eine Idee umsetzen lässt.

So entstehen bei frei-made neben Änderungen und Reparaturen auch immer wieder individuelle Näharbeiten und Spezialanfertigungen.

Und gerade das finde ich schön: Manchmal bekommt etwas Bestehendes ein zweites Leben – und manchmal entsteht aus einer ganz persönlichen Idee etwas komplett Neues.

Nähen lernen – auf ganz unterschiedliche Arten

Ein weiterer grosser Bereich sind meine Nähkurse.

Es gibt Angebote für Kinder und Erwachsene, für Anfängerinnen und Anfänger genauso wie für Menschen, die bereits nähen können und bei einem Projekt Unterstützung möchten.

Neben den klassischen Nähkursen gibt es Privatunterricht und das betreute Nähen. So kann jede und jeder die Form wählen, die gerade passt.

Mir ist wichtig, dass Nähenlernen möglichst unkompliziert und flexibel sein darf: vom klassischen Nähkurs über individuelle Unterstützung bis zum gemeinsamen Weiterarbeiten am eigenen Projekt.

Man muss nicht schon nähen können, um bei frei-made anfangen zu dürfen. Und man muss auch nicht alles alleine herausfinden.

Nähsets – wenn man am liebsten gleich loslegen möchte

Mit meinen Nähsets möchte ich noch etwas anderes ermöglichen: Ein Projekt aussuchen und möglichst unkompliziert starten.

Stoff, passendes Zubehör und die benötigten Materialien können passend zum Projekt zusammengestellt werden.

Gerade wenn man noch nicht so lange näht, kann die Frage „Was brauche ich eigentlich alles?“ nämlich fast schwieriger sein als das Nähen selbst.

Mit einem Nähset fällt genau diese Hürde weg – und man kann sich auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht: aufs Nähen.

Das Nähabo – einfach auspacken und losnähen

Und dann gibt es Kinder, die einfach unglaublich gerne nähen. 😊

Die Motivation ist da, die Nähmaschine vielleicht auch – aber irgendwann kommt die grosse Frage:

„Was könnte ich als Nächstes nähen?“

Und für die Eltern ist es nicht immer ganz einfach, jedes Mal eine neue Idee zu finden, das passende Material zusammenzusuchen und herauszufinden, was für das Kind überhaupt machbar ist.

Genau dafür gibt es bei frei-made das Nähabo.

Jeden Monat kommt ein neues Nähprojekt nach Hause. Im Päckli ist alles dabei, was es dafür braucht: das benötigte Material und eine verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Kein langes Überlegen, welches Projekt als Nächstes dran ist. Kein Zusammensuchen der einzelnen Materialien.

Päckli öffnen, Nähmaschine bereitstellen und loslegen.

So entdecken die Kinder immer wieder ein neues Projekt, lernen ganz nebenbei neue Techniken kennen und können Monat für Monat etwas Neues selber entstehen lassen.

Und vielleicht ist genau das eines der Dinge, die ich mit frei-made erreichen möchte: Nähen soll nicht kompliziert sein. Die Freude am Selbermachen soll im Vordergrund stehen.

Handmade und Wunschdesigns

Und natürlich nähe ich auch selber weiterhin sehr gerne.

Bei frei-made gibt es deshalb Handmade-Produkte wie Taschen, Necessaires, Portemonnaies und weitere genähte Einzelstücke.

Bei verschiedenen Produkten ist auch ein Wunschdesign möglich. Du suchst dir beispielsweise deinen Lieblingsstoff aus meinem Sortiment aus und daraus entsteht dein persönliches Einzelstück.

Und dann gibt es noch die besonderen Sachen …

Spezialaufträge, individuelle Kundenwünsche, Kinderprojekte, neue Ideen und Dinge, die ursprünglich vielleicht gar nicht geplant waren.

Und auch die Stoffbörse gehört mittlerweile zu frei-made. Stoffe wechseln den Besitzer, finden ein neues Zuhause und werden vielleicht endlich zu dem Projekt, für das sie irgendwann einmal gedacht waren.

Auch solche Dinge gehören für mich dazu.

Und vermutlich ist genau deshalb die Frage „Was ist frei-made?“ so schwierig zu beantworten.

Und am schönsten ist der Moment danach

Bei all den Stoffen, Kursen, Projekten und Angeboten gibt es aber etwas, das mir besonders wichtig ist:

Dass du am Ende happy mit deinem Projekt nach Hause gehst.

Wer selber näht, kennt diesen Moment.

Man sitzt vielleicht eine ganze Weile daran, trennt zwischendurch nochmals eine Naht auf, fragt nach, probiert etwas aus – und irgendwann ist es fertig.

Und dann dieses Strahlen.

Wenn jemand sein fertiges Stück in den Händen hält und sagt:

„Das habe ich selber gemacht!“

Genau diese Freude zu sehen, ist für mich etwas ganz Besonderes.

Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob es das allererste Nähprojekt ist oder ob jemand schon seit Jahren näht. Etwas mit den eigenen Händen entstehen zu lassen und am Schluss stolz darauf zu sein, fühlt sich einfach gut an.

Und wenn jemand bei frei-made einen Stoff gefunden, etwas Neues gelernt, einen kleinen Tipp bekommen oder während eines Kurses Unterstützung gebraucht hat und danach mit einem gelungenen Projekt nach Hause geht, dann freut mich das mindestens genauso.

Denn am Ende geht es für mich nicht nur ums Nähen. Es geht um die Freude daran, etwas selber geschafft zu haben.

Und die ist unbezahlbar.

Genau diese Vielfalt liebe ich

Manchmal frage ich mich selber, ob mein Angebot nicht fast ein bisschen zu vielseitig ist.

Aber dann merke ich wieder:

Genau das ist es, was mir daran so viel Freude macht.

Ich möchte nicht jeden Tag dasselbe machen.

Ich liebe es, dass ich morgens an der Nähmaschine sitzen, danach eine Kundin bei der Stoffauswahl beraten, später eine Änderung abstecken und am nächsten Tag jemandem zeigen kann, wie aus ein paar zugeschnittenen Stoffteilen das erste selbstgenähte Stück entsteht.

Oder dass zwischendurch jemand mit einem kleinen Nähproblem zur Tür hereinkommt, wir gemeinsam kurz darüber schauen – und es danach weitergehen kann.

Diese Mischung aus Handwerk, Kreativität, Beratung, Begegnungen und immer wieder neuen Herausforderungen ist für mich frei-made.

Vielleicht muss frei-made deshalb auch gar nicht in eine einzige Schublade passen.

Es ist mein Nähatelier, mein Stoff- und Mercerieshop, ein Ort zum Nähenlernen und Ausprobieren – und vor allem ein Ort, an dem ganz viele unterschiedliche Dinge rund ums Nähen zusammenkommen.

Und genau so mag ich es.

Mit Liebe genäht und mit Herz gemacht.